Jerk Götterwind denkt nach. Bereits 1996 habe er vorgehabt ein solches Buch zu machen, und es kam aus einer Situation zwei Jahre davor wo er total betrunken war, genaugenommen war es der 7. März 1994. Er hatte in einer großen Tageszeitung gelesen, dass Bukowski sterbend in einem Krankenhaus lag.
Nun, nach dem Sterben kommt der Tod, und nachdem Jerk Götterwind versucht hatte sich die Gaspistole an die Schläfe zu halten, als er erfuhr dass Charles Bukowski an Leukämie verstorben war, irgendwann danach und wieder nüchtern reifte der Gedanke, eine Anthologie, eine Hommage an Bukowski herauszubringen. Jetzt ist sie da, 70 Seiten dick/dünn, 17 Autoren, nicht gerade viele, die dem Dirty Old Man Tribut zollen, und es liegt vermutlich daran, dass kurz nach dem Tod wieder das Leben beginnt. Und doch sind es Gedichte und Geschichten von Autoren, die stark von Bukowski beeinflusst wurden, die noch heute wissen, was sie dem Schriftsteller aus Los Angeles verdanken oder zumindest, was sie ihm schulden -ein Gedicht, eine Story, ein Essay.
Tuberkel Knuppertz, Thomas Schweisthal, Frank Bröker, Lancelot Lovejoy, Gerald Locklin, AnDie Z., Jerk Götterwind, Wolfgang Korte, Thomas Glatz, Thomas Niehörster, Axel Klingenberg, Urs Böke, Helmut Schida, Michael Schönauer, David Hartenstein, Oliver Bopp und Max H. bringen ihre persönliche Meinung zum amerikanischen Autor zur Geltung, sechs Jahre nach seinem Tod, und jede Zeile, jedes Wort ist ein Hommage, eine Huldigung aus eigener Sicht. Old Buk hätte seine Freude daran, denn hier wird nicht larmoyant betrauert und bedauert, hier werden kleine Eindrücke wie Schattenrisse gezeichnet, die manchmal in großen Begebenheiten verschwinden. Doch alle Autoren kontern in ihrem Stil, sie schreiben nicht nach, sie schreiben vor. Nicht ein Beitrag rutscht ins Plagiat ab, (auch das wäre nicht schlimm), die Leute wissen worüber sie berichten und L.A. kann ebenso Berlin, Köln, Wien oder Frankfurt sein -zum Beispiel. Hauptsache, man sagt ihnen nicht was sie zu tun oder zu lassen haben. Deshalb schrieben diese 17 Autoren ihre 17 Geschichten über den Säufer, Handlanger, Gossenpoet, Postarbeiter und vermutlich größten Underground-Schriftsteller Charles Bukowski.
Heraus kam eine sehr kleine, doch sehr feine Hommage, die vermutlich einfach so wegschwimmen wird wie das Bier und der Wein, und falls ihr das Buch nicht kauft, wird es tatsächlich passieren. Und es wäre schade.
key-b (von social-beat.de/Seite eingestellt)