Well, der Jerk ist ja auch schon eine ganze Weile in der Litatur-/Punk-Szene unterwegs und dürfte daher kein Unbekannter mehr sein. In diesem Heft versetzt er sich zurück in seine Schulzeit und versucht seine “Kindheitserlebnisse” aufzuarbeiten. Wie üblich passiert es, dass “alte” Männer dann dazu neigen, alles ein wenig zu heroisieren und zu verklären. Mit Abstand betrachtet mag es eine interessante Zeit gewesen zu sein, aber ich möchte echt nie wieder zur Schule gehen und den ganzen Scheiß nochmal mitmachen! Natürlich hatte man den Kopf damals noch voller Ideale, Ideen und Alkohol, aber ... Egal, die Stories sind sehr lesenswert und treffen mit ihrer einfachen Sprache direkt ins Herz. Jeder wird in seine eigene Zeit zurück gebeamt und feststellen, dass es eigentlich allen so erging wie einem selber. Ein szenetypischer Lebenslauf? Die Jugend war eine schöne Zeit, aber sie kommt nicht wieder! Mit einer Träne im Auge und dem Feuer im Herzen...
Carsten Vollmer (OX)
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Der Mensch hat entweder keine Hobbies oder zuviel Gedanken im Kopf - oder zuviel Zeit? Oder alles drei? Dauernd krieg ich was Neues von ihm in die Hände, so wie dieses Heft hier. Ich habs geschenkt kriegt beim 1982-Konzert in Mannheim am keine-Ahnung-mehr-wie-vielten-und-habe-es-glücklicherweise-auch-vergessen. Da er uns danach auch noch heimgefahren hat, kann ich ja jetzt nix Schlechtes sagen. Hmm, was denk ich mir da nur Nettes aus...?  Jerk arbeitet hier seine Jugendzeiten auf und lässt uns an wilden Parties im Wohnzimmer seiner Eltern teilhaben, peinlichem Rumgefalle auf Abstinenzlerfeten und allgemeiner Dorfscheisse.  Seine Stories schwanken zwischen Autobiographischem und teilweise auch Autobiographischem, mit (behaupte ich mal) ein bisschen Ausschmückung. Wow, welch ein Satz! Bitte auswendig lernen!
Ein paar der Sachen lassen auch ein wenig meine Dorfphase wieder in Erinnerung kommen, welche ich eigentlich dachte, erfolgreich verdrängt zu haben. Von wegen in die Kneipe kotzen und auf jede dumme Party gehen, die sich halbwegs anbietet...(und ein klein wenig pöbeln?)Jaja, das waren noch Zeiten, zum Glück sind sie vorbei.Er hat sie wohl noch nicht vergessen und es ist immer dasselbe zu einem einzelnen Schreiber zu sagen, wers mag, der mags, wer nicht, der nicht, wems gefällt, dem gefällts und wem nicht...Ich hör jetzt mal lieber auf, es ist Mittwoch morgen, halb 5, ich hab gleich nix mehr zu trinken und steh somit vor einem ziemlichen Problem, welches es zu lösen gilt. Jens (Brutal Fanzine)
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Stories aus dem Leben von Jerk Götterwind werden hier geboten, frei nach dem Buk Motto, das meiste wahr, manches zur Belustigungssteigerung dazu erfunden. Und das ihm das ganze Spass gemacht hat, das merkt man, denn lachen ist angesagt! Die Geschichten behandeln vor allem (traumatische?) Kindheits- und Jugendeerinnerungen in meist angenehmer Kürze, hier wird nichts bis zum bitteren Ende durchgeritten. Die Geschichten sind so meist kurzweilig und pointiert, wissen zu unterhalten und wecken dabei die eine oder andere Erinnerung , die man schon fast vergessen hatte. Irgendwie drängt sich mir auch immer wieder ein Vergleich zu Bukowskis Jugenderinnerungen und Faktotum auf, man könnte den langen Traum wohl sehr grob als Mischung aus beiden Romanen ansehen. Was ja auch kein schlechtes Zeugnis sein sollte.
Marcus Mohr, Straßenfeger Nr. 3